Von Kopf bis Fuß auf Schlager programmiert von Christian Fuchs

Von Kopf bis Fuß auf Schlager programmiert

Omas Liebling(sroboter): Florian Silbereisen ist nicht nur jüngster Showmaster Deutschlands, sondern auch der erste mit rein künstlicher Intelligenz ausgestattete Schlagerroboter Deutschlands. Das haben Intelligenzforscher in einer inzwischen veröffentlichten Studie herausgefunden, die glücklicherweise derart kompliziert geschrieben und klein gedruckt ist, dass Flori-Fans sie nicht zu lesen imstande sind.

Konnten humanoide Roboter bis gestern noch gehen, tanzen, Tablettwagen schieben, Spülmaschinen ein- und ausräumen oder Bälle fangen und werfen, können sie heute auch Volksmusik. Der Silbereisen’sche Look: beinahe lebensecht, wenngleich immer vermutet wurde, dass ein derart breites Dauergrinsen nicht echt und für jeden echten Menschen nicht praktizierbar sein kann. Eingebaute Speicherkapazitäten: ausreichend, um Gassenhauer wie „Links a Mad‘l, rechts a Mad‘l“, „Die Mad‘ln vom Land“ oder „Zaubermad‘l“ zu memorisieren. Längst in die Musikgeschichte eigegangene Textzeilen wie „Links a Mad’l, rechts a Mad’l, wie is des bloß möglich? Links a Busserl, rechts a Busserl, so geht des auch täglich“ – begrenzte Datenspeicher am Limit. Auch für die eigenwillige Schreibweise seiner Musikkapelle„KLUBBB3“ sei, so Michael Jürgens, Manager des blutleeren Vollblut-Volksmusikers, ein Systemfehler verantwortlich. „Purer Schlager ohne Kompromisse“ – aber mit technischen LüCCCken.

Was haben wir die Versprechen unserer Haftcremes auf die Probe gestellt, als wir bei seinem Anblick mit unseren Dritten nach Luft geschnappt haben. Was haben wir auf unseren TENA Lady-Einlagen mitgewippt zu den Klängen unseres Vorzeige-Enkelbubs. Wirklich saugstark, diese wattierten Inkontinenz-Wunder. Sogar die Tattoos (kriminell!) und Randalen auf dem Passauer Weihnachtsmarkt (pfui!) haben wir ihm verziehen, unserem Flori. Dass er wie kein Zweiter im Takt schunkeln konnte? Alles Mechanik. Technik, die andere begeistern mag. Uns jedenfalls nicht.

Ich werde den Fernseher einschalten und das neue Album von Andreas Gabalier erwerben. Auf Musikkassette gerade im Sonderangebot für 21,99 Euro. Nur noch 112 verfügbare Exemplare. Die Uhr tickt. Der Alpen-Elvis ist zwar halb so süß, aber wenigstens aus Fleisch und Blut. Hoffe ich.

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